Aloha he!
Ich habe soeben auf Pro Sieben die Sendung „Galileo“ gesehen, welche einen kurzen Beitrag zum Leben eines Veganers beinhaltete. Achdugrüneneune! Das ist echt kein Zuckerschlecken wie mir scheint. Aber was is(s)t eigentlich ein Veganer?
Ganz einfach: vegan ist die Steigerungsform von vegetarisch. Verzichtet ein „Vegetarier“ auf Fleischprodukte, so verschmäht ein „Veganer“ tierische Produkte in jeglicher Hinsicht und Ausführung. Sprich: kein Fleisch, kein Fisch, keine Milchprodukte wie Milch, Quark, Jogurt, Käse usw., keine Schokolade, keine Haribos (wegen der enthaltenen Gelatine) und keinen Honig – eine wirklich herausfordernde Ernährungsweise, oder?
In der Galileo-Sendung wurde eine Familie mit zwei Kindern für ein paar Tage in ihrem veganen life begleitet. Da kam zum Sonntag kein Rührei auf den Teller, sondern Tofu-Rührei; es gab keine Milch, sondern Reismilch; die Kinder aßen keine Wurst, sondern Soja-Wurst. Die Frage welche sich mir spontan aufdrängt: kann sowas schmecken? Doch der Familienvater legte noch einen drauf. Er zeigte voller Stolz seinen Klamottenschrank, in welchem es konsequenterweise nicht von Ledergürteln, -schuhen und Wolle wimmelte. Seine Textilselektion beinhaltet Lederersatzprodukte, Schuhe aus Kunststoff, Pullover aus Baumwolle, Schals aus Bananenfasern sowie Betten ohne Federn dafür mit Kokosfasern… die nächste Frage die sich mir abermals spontan aufdrängt: Macht sowas Spaß?
In letzter Zeit vermehrt auftretende und in der Öffentlichkeit breit gestreute Lebensmittelskandale, welche Gammelfleisch, Dönergau und Hühnerbäh thematisierten haben u. a. dazu beigetragen, dass in Deutschland die Zahl der Veganer mittlerweile auf ca. 600.000 angestiegen ist. Eine beachtliche Anzahl wie ich finde. Von der Grundidee finde ich die Bekehrung zu einer veganen Lebensweise auch ethisch sehr korrekt und feinfühlig. Denn es gibt täglich Tiere welche unsachgemäß gefüttert, brutal niedergeschlachtet und ohne Rücksicht auf Verluste verarbeitet werden – egal ob zum Steak, zum Schal oder zum Landliebe-Jogurt. Peta und andere Organisationen lassen grüßen.
Aber lohnt es sich, in dem einen Leben welches uns als Mensch zur Verfügung steht, derart rigoros auf tägliche Leckereien wie saftigen Lachsschinken, cremigen Geramont-Käse, Hüftsteak mit Kräuterbutter, Langnese Blütenhonig, gebeizten Lachs, geiles Rührei aus Freilandhaltung sowie den Jogurt mit der Ecke oder auch auf die ab-und-zu-Sünden wie Philadelphia mit Milka, Milch-Schnitte oder einen tollen Schal zu verzichten? Sind Veganer mit wichtigen Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium unterversorgt? Und sind sie nicht auch Spaßbremsen gegenüber anderen und vor allem gegenüber sich selbst, weil sie jedem da draußen inklusive sich selbst versuchen einzureden, man müsse sich vegan ernähren damit alles besser wird? Ich weiß es nicht; und denke, dass muss jeder selber wissen. Ich habe absoluten Respekt vor Menschen, welche sich entscheiden diesen Weg zu gehen. Eine Pro Sieben Moderatorin hat sich bspw. auch dafür entschieden, siehe hier.
Aber ich weiß auch was sie alles verpassen. Und diese permanenten Gedanken wie „Das darf ich nicht essen“, „Das darf ich nicht kaufen“, „Das darfst du nicht anziehen“ machen einen doch auch nicht glücklicher, oder? Mich jedenfalls nicht, dass weiß ich aus Erfahrung. Denn ich achte persönlich auch sehr darauf was ich esse, wo mein Essen herkommt, was genau drin steckt und wie ich es optimal kombinieren kann um mich gesund und ausgewogen zu ernähren. Diese Sorgfalt gibt einem ein gutes Gefühl – aber macht nicht immer glücklich. Das Leben ist zum Genießen da. Deshalb: lasst es uns noch mehr genießen – jeder auf seine eigene Art und Weise.
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